UCI Road World Championships Melbourne/Geelong 2010
Während Fabian im Goldenen Herbst seine Lieblingssportart beim Ryder´s Cup verfolgte, habe ich mir einen Trip nach Melbourne zu meinem liebsten Kind gegönnt. Quite expensive, but worth the money:
Die Weltmeisterschaft im Radsport fand dieses Jahr passenderweise das erste Mal auf australischem Boden statt!
Hier also die Zusammenfassung:
Am Freitag morgen bin ich nach Melbourne geflogen. Nachdem ich im Hostel mein Gepäck abgeladen hatte, gings zurück in die Innenstadt, da gab es eine große Leinwand. War aber eher wenig los, man hat richtig gemerkt, dass Melbourne nicht wirklich Gastgeber war, sondern das ca. 80 km entfernte Geelong. Trotzdem habe ich ein sehr spannendes U23-Rennen auf der Leinwand verfolgt, wobei klar war, dass ab dem nächsten Tag Geelong angesagt war. Sehr passend war es dann, dass ich Peter, einen radsportverrückten Deutschen, der ebenfalls nur wegen der WM da war, getroffen habe. In seinem Wicked Camper gings dann am nächsten Tag nach Geelong! Hier war das mit der WM schon was ganz anderes. Die Atmosphäre war gleich eine andere, die Läden waren geschmückt, einfach nur gut. Selbst der Adult shop hatte seinen Gummipuppen Radtrikots angezogen;)
Das Frauenrennen war dann wieder megaspannend. Waren die ganze Zeit um Start und Ziel unterwegs, leider war nicht ganz so viel los, weil gleichzeitig das AFL-Finale (Aussie rule football -pah!) wiederholt wurde, weil es am vergangenen Wochenende unentschieden ausgegangen war. Trotzdem war noch genug los und die Stimmung der Spannung des Rennens entsprechend überragend. Als dann im Finale Cooke und Arndt gemeinsam in Richtung Ziel flogen, konnte sich der australische Kommentator nicht den Kommentar verkneifen: Great Britain and Germany, that´s World War II. Maaaaaaaaaan, geht garnicht. Lustigerweise stand die Tante von Emma Pooley neben mir und feurte ihr Nichte mit den Worten Go Emma, just go! an. Als Britin konnte die Zeitfahrweltmeisterin natürlich nicht ihrer Landsfrau Cooke hinterherfahren. Als ich das mit Aunt Pooley diskutierte, meinte sie nur: that´s politics! ...Großartig! Später habe ich sie dann mit Emma wiedergetroffen, trotzdem glücklich, auch ohne doppelten Weltmeistertitel. Arndt und Cooke wurde übrigens noch übersprintet und eine Italienerin gewann.
Am Abend musste ich ja wieder nach Melbourne in mein Hostel. Peter übernachtete in seinem Campervan an der Strecke und ich wollte mit dem Zug zurück. Ich habe dann zwei Mädchen gefragt, wie ich den zur Station nach Melbourne komme. Nach kurzem Blickwechsel meinten sie nur, ob ich nicht mit ihnen kommen wollte. Sie führen nach Melbourne. Da hab ich natürlich nicht nein gesagt! Es stellte sich heraus, dass sie als Hostessen für Mapei in derren VIP Bereich arbeiteten. Der Mapei corner war die letzte Kurve vor dem Ziel. Nachdem wir die ganze Fahrt einen netten Plausch hatten und ich für den nächsten Morgen auch meine Mitfahrgelegenheit hatte, kam der nächste Hammer: Zwei VIP Tickets für den Mapei Bereich, freies Essen und Trinken, großer Bildschirm an der Rennstrecke, letzte Kurve, geil! Und Kontaktpersonen für Melbourne im Dezember hab´ ich jetzt auch.
Für das Männerrennen am Sonntag hatte ich mich mit Peter am entscheidenden Hügel verabredet. Da er ja dort geschlafen hatte, hatten wir Plätze in der ersten Reihe. Der Berg war ein ganz schön steiler Killer, Fahrer also dementsprechend langsam. Stimmung war gigantisch! Der Radsport hatte das AFL-Finale übertroffen. Mindestens doppelt soviele Menschen verfolgten das Rennen an der Strecke wie Zuschauer im Stadion waren.
Für die letzten Runden gings dann wieder zum Zielbereich in die Mapei area. Magen vollschlagen, trinken und die entscheidende Rennphase verfolgen. Die Australier waren einfach tolle Gastgeber, die werden echt eine richtige Radsportnation. Tolles Rennen, Cadel hat sich wahnsinnig aufgerieben und Paul Martens überrascht. Am Ende ein guter Weltmeister mit dem Donnergott. Die Spanier sind nach dem Rennen an mir vorbeigefahren. Die waren nicht so gut drauf, genauso wie Cancellara, der ganz schnell verschwand.
Gigantisches Wochenende, mehr kann man nicht sagen!